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Lungenwürmer beim Hund: Was Hundebesitzer über Symptome, Vorbeugung und Behandlung wissen sollten

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Lungenwürmer sind gefährliche Parasiten, die bei Hunden schwere – und bei ausbleibender Behandlung – auch tödliche Gesundheitsprobleme verursachen können. Leider sind immer mehr Hunde von Lungenwürmern betroffen. Lesen Sie hier, wie Sie Ihr Tier schützen können.
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Infizierte Schnecken übertragen Lungenwürmer auf Hunde

Was sind Lungenwürmer?

In Deutschland gibt es verschiedene Arten von Lungenwürmern. Für Hunde besonders relevant ist der Lungenwurm Angiostrongylus vasorum. Dieser parasitäre Wurm kommt in der Natur etwa bei wildlebenden Hunden, Füchsen und anderen Hundeartigen (Caniden) vor.

Lungenwürmer besiedeln – wie der Name schon sagt – die Lunge bzw. die Atemwege infizierter Tiere sowie deren Blutgefäße.

Steckt sich ein Hund mit dem Lungenwurm an, kann das zu einer erstzunehmenden Erkrankung führen, die unter Umständen tödlich enden kann.

Wie weit ist der Lungenwurm verbreitet?

Ursprünglich ging man davon aus, dass der Lungenwurm in Deutschland eher nur sporadisch vorkommt. Neue Untersuchungen legen jedoch nahe, dass der Lungenwurm auch hierzulande zunehmend stark verbreitet ist. Besonders häufig wurden Lungenwurmerkrankungen bei Hunden in bestimmten Regionen Südwestdeutschlands gemeldet, wie Baden-Württemberg und Bayern, aber auch in Sachsen und Brandenburg. Ausgedehnte Verbreitungsgebiete befinden sich auch in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, im Saarland und in Berlin.

Wenn Sie und Ihr Hund in einem dieser Gebiete leben, empfehlen wir Ihnen, mit Ihrem Tierarzt zu besprechen, ob eine Lungenwurm-Prävention sinnvoll ist.

Wie infizieren sich Hunde mit dem Lungenwurm?

Die Infektionswege des Lungenwurms beim Hund sind verschieden.

Lungenwurmlarven können durch infizierte Schnecken und sogar Frösche übertragen werden. Die Hunde stecken sich an, wenn sie diese Tiere beim Spazierengehen oder beim Aufenthalt in Gärten fressen.

Selbst wenn ein Hund Schnecken nicht bewusst frisst, kann er diese versehentlich verschlucken, wenn er etwa Gras frisst. Außerdem können sich Lungenwurmlarven auch in der Schleimspur Schnecken befinden2, sodass überall dort, wo sich Schnecken aufgehalten haben, auch eine gewisse Ansteckungsgefahr bestehen kann. Deswegen kann auch das Trinken aus Pfützen oder Wassertröge im Freien, die durch infizierte Schnecken kontaminiert sind, dazu führen, dass Hunde unbemerkt Lungenwürmer aufnehmen.

Grundsätzlich können Lungenwurmlarven nicht direkt von einem Hund auf einen anderen übertragen werden. Infizierte Hunde können dennoch andere Hunde gefährden, weil der Lungenwurm in Form von Larven über den Hundekot ausgeschieden wird. Kommen parasitenfreie Schnecken und Frösche mit dem infizierten Hundekot in Kontakt, können sie sich ihrerseits infizieren und die Parasiten wiederum an andere Hunde weitergeben.

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Labrador Retriever beobachtet eine Schnecke draußen an der Fensterscheibe

Was sind die Anzeichen einer Lungenwurminfektion bei Hunden?

Verschluckt ein Hund Lungenwurmlarven, so wandern diese vom Darm in die Herz- und Blutgefäße und entwickeln sich dort zu ausgewachsenen Lungenwürmern. Dieselegen ihre Eier in den Blutkreislauf ab, so dass die daraus schlüpfenden kleinen Larven in die Lunge transportiert werden. Dadurch werden Reizungen und Entzündungen verursacht und die Lunge versucht etwa durch Husten die Fremdkörper loszuwerden. Dies alles kann beim Hund schwere gesundheitliche Probleme verursachen.  

Leider ist es nicht immer einfach, eine Lungenwurminfektion beim Hund zu erkennen. Mögliche Anzeichen sind beispielsweise:

  • Atembeschwerden (z. B. Husten)
  • Blutgerinnungsstörungen (z. B. sichtbar an Blutungen in den Augen, Nasenbluten, Blut in Urin oder Stuhl, inneren Blutungen oder kleineren Wunden, die länger als gewöhnlich bluten)
  • keine Lust, Gassi zu gehen
  • unerklärliche Gewichtsabnahme
  • Änderungen im Verhalten (Ihr Hund zeigt vielleicht Anzeichen einer Depression, allgemeinen Erschöpfung oder hat sogar Krampfanfälle)
  • allgemeine Krankheitsanzeichen wie Erbrechen, Durchfall oder allgemeines Unwohlsein
  • Hunde können nur eines, aber auch mehrere dieser Symptome aufweisen. In der Frühphase fällt die Infektion unter Umständen gar nicht auf.

Die Selbstdiagnose wird zusätzlich dadurch erschwert, dass viele der genannten Symptome auch auf diverse andere Krankheiten hindeuten können. Falls Ihr Hund also eines der oben genannten Symptome zeigt, sollten Sie sobald wie möglich Ihren Tierarzt aufsuchen, um eine Lungenwurminfektion sicher ausschließen zu können.

Wie wird eine Lungenwurminfektion beim Hund diagnostiziert?

Dank neuer Tests ist die Lungenwurmdiagnose in den letzten Jahren um Vieles einfacher geworden.

Wahrscheinlich wird der Tierarzt eine Drei-Tage-Sammelkotprobe Ihres Hundes benötigen, um sie auf Lungenwurmlarven hin zu untersuchen. Es gibt auch Bluttests, mit denen festgestellt werden kann, ob Ihr Hund den Parasiten in sich trägt.

Je nach den Symptomen, die Ihr Hund zeigt, wird der Tierarzt auch eine Röntgenaufnahme des Brustbereichs vorschlagen.

Kann man Lungenwürmern beim Hund vorbeugen?

Die sicherste Möglichkeit, um Ihren Hund vor dieser schweren Erkrankung zu schützen, besteht darin, ihm ein Präparat zur Lungenwurmprävention zu verabreichen. Dieses erhalten Sie grundsätzlich nur vom Tierarzt.

Bitte beachten Sie, dass nicht alle Entwurmungsmittel für Hunde auch gegen den Lungenwurm wirken. Ihr Tierarzt kann Ihnen genauere Auskunft dazu geben, welches Produkt für Ihren Hund geeignet ist.

Tabletten und Spot-on Behandlungen zur Vorbeugung von Lungenwürmern bei Hunden müssen monatlich auf ein tierärztliches Rezept verabreicht werden. Eine regelmäßige Standard-Entwurmung im Abstand von drei Monaten (wie oft für andere Parasiten wie Rund- oder Bandwürmer empfohlen), wirkt nicht gegen diesen Hundeparasiten.

Welche Mittel gegen Lungenwürmer beim Hund gibt es sonst noch? [H3]

Es gibt einige Vorkehrungsmaßnahmen, die Sie treffen können, damit sich Ihr Hund nicht so leicht mit Lungenwürmern anstecken kann:

  • Verhindern Sie nach Möglichkeit, dass Ihr Hund Schnecken frisst

Natürlich können Sie sich nie sicher sein, ob Ihr Hund eine Schnecke gefressen hat, weil sie sehr klein sein können. Wenn Ihr Hund an einer Schnecke riecht, empfehlen wir Ihnen, ihn sofort aus dem potentiellen Gefahrenbereich wegzuziehen.

  • Lassen Sie kein Spielzeug über Nacht im Garten

Da Schnecken von Bällen oder Spielzeugen, die über Nacht im Garten bleiben, angezogen werden, sollten Sie diese immer wegräumen. Kleinere Schnecken können sich in Ritzen im Spielzeug oder auch darunter verstecken und können dann beim Spielen versehentlich vom Hund verschluckt werden.

  • Trinkschalen im Freien regelmäßig säubern

Wenn Sie draußen eine Wasserschüssel für Ihren Hund haben, sollten Sie sie regelmäßig auswaschen. Schnecken sind immer auf der Suche nach feuchten Plätzen, was die Trinkschale Ihres Hundes zu einem perfekten Aufenthaltsort macht.

  • Sammeln Sie den Kot Ihres Hundes ein

Das Aufsammeln des Hundekots hilft nicht nur, die Gehwege und Grünstreifen sauber zu halten, sondern dämmt auch die Ausbreitung des Lungenwurms und anderer Erreger ein.

Bitte bedenken Sie, dass die obigen Tipps das Risiko einer Infektion zwar mindern können, ein monatlicher Vorsorgeplan jedoch das Risiko noch wesentlich deutlicher absenken kann. Sprechen Sie mit Ihrem Tierarzt, wie Sie Lungenwürmern beim Hund am besten vorbeugen.

Wenn sich mein Hund mit einem Lungenwurm infiziert, kann er dann behandelt werden?

Wenn Sie vermuten, dass Ihr Hund Lungenwürmer haben könnte, suchen Sie bitte möglichst bald Ihren Tierarzt auf.  Wird die Krankheit rechtzeitig erkannt, kann Ihr Hund eine Lungenwurmbehandlung erhalten und wieder völlig gesund werden.

Kann sich der Mensch mit einem Lungenwurm infizieren?

Die Lungenwurmart, die den Hund befällt, gilt als für den Menschen ungefährlich. Es gibt aber andere Wurmarten wie Spul-, Band- und Hakenwürmer, die auch den Menschen krank machen können. Darum müssen Sie Ihren Hund regelmäßig entwurmen, um sowohl Ihr Tier als auch Ihre Familie zu schützen. 

Literaturangaben:

  1. https://www.bluecross.org.uk/pet-advice/lungworm-advice-dog-owners
  2. Conboy G et al. Parasitol Res (2017), 116: S41-S54
  3. https://www.vets-now.com/pet-care-advice/dog-has-lungworm/
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