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Das große Kratzen

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Milbenbefall bei Hunden und Katzen
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Sie sind winzig, können aber große Probleme verursachen: Milben. Manche sind unangenehm, aber relativ harmlos, wie zum Beispiel Grasmilben oder Ohrmilben. Andere sind nicht zu unterschätzen. Wir erklären Ihnen hier, warum Sie bei Haarbalgmilben, Räudemilben und Raubmilben unbedingt handeln sollten.

Die kleinen Spinnentiere verursachen häufig einen starken bis hochgradigen Juckreiz, der durch gewebeauflösende Enzyme im Speichel noch verstärkt wird. Der Milbenspeichel selbst und der Kot sind für viele Tiere zusätzlich unangenehm, weil beides Allergien auslösen kann.

Ganz klar, dass sich Hunde und Katzen bei Milbenbefall kratzen oder befallene Stellen benagen, beknabbern oder belecken. Das führt schnell zu Fellschäden und Hautverletzungen – sensible Bereiche, in denen Bakterien Entzündungen verursachen können. Wird Ihr Tier nicht behandelt, verdickt sich die Haut, sie verhornt, schuppt, verfärbt sich dunkelbraun und wird runzelig. In ganz schweren Fällen kommt es zu Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust und vereinzelt sogar zum Tod des Tieres.

Haarbalgmilben

Eine sehr weit verbreitete Hundemilbe ist die Haarbalgmilbe, bekannt unter dem Gattungsnamen Demodex. Sie hat einen zigarrenförmigen, lang gestreckten Körper mit acht kurzen Beinen. Die kleinen Plagegeister ernähren sich vom Talg und von Teilen der Haarwurzel. Bei sehr starkem Befall findet man sie auch in den Talgdrüsen weniger behaarter Regionen mit eher dünner Haut.

Bei Haarbalgmilben gilt: Ein geringer Befall ist kein Problem, werden es aber so viele, dass sich die Haut verändert, sollte Ihr Tier behandelt werden. Die Hunde infizieren sich schon als Welpen, wenn die Haarbalgmilbe beim Säugen vom Muttertier übertragen wird. Die ersten Symptome erkennen Sie an Stellen, an denen beim Säugen ein besonders intensiver Körperkontakt zum Muttertier besteht: Oberlippe, Augenlider, Nasenrücken, Stirn und Ohren. Hier kommt es eventuell zu Haarausfall und Hautveränderungen. Besonders typisch ist der Haarausfall im Augenbereich, dort kommt es bisweilen zu einem brillenförmigen Haarverlust. Die gute Nachricht: Haarbalgmilben können nicht auf den Menschen übertragen werden. Katzen können jedoch auch von Demodex-Milben befallen werden, dabei handelt es sich aber um eine andere Art als die des Hundes. Die Demodikose juckt nicht, Juckreiz tritt aber häufig sekundär bei bakteriellen Folgeinfektionen auf.

Räudemilben

Die verbreitetsten Räudemilben bei Katzen sind die Notoedres cati, die die sogenannte Kopfräude auslösen, denn ein Befall beginnt meistens an den Außenseiten der Ohren. Von dort breitet sich die Milbe schnell auf den Rest des Körpers aus. Besonders gefährdet sind Katzen, die draußen Kontakt zu Freigängern oder streunenden Katzen haben, denn die Milbe wird von Tier zu Tier übertragen.

Die Notoedres-Milbe gräbt Kanäle in die Oberhaut der Katze und legt dort ihre Eier ab. Dass Ihre Katze ein Problem mit Notoedres-Milben hat, erkennen Sie am Kratzen, mit dem sie den unangenehmen Juckreiz zu lindern versucht. Dadurch kommt es zu Haarausfall, Rötungen und einer gelb-bräunlichen Krustenbildung. In blutige Stellen können sich Bakterien einnisten, was zu Entzündungen führen kann. Ein starker Befall kann neben den Hautproblemen zu Teilnahmslosigkeit, Gewichtsverlust und schließlich schlimmstenfalls sogar zum Tod der Katze führen.

Die verbreitetste Räudemilbe des Hundes ist Sarcoptes canis, die auch Kaninchen befallen kann, sich von Katzen aber eher fernhält. Sie verbreitet sich wie Notoedres und verursacht auch die gleichen Symptome.

Raubmilben

Raubmilben (Cheyletiellae) leben im Fell von Hunden, Katzen und Kaninchen. Sie werden bis zu einem halben Millimeter groß und haben einen weißen, platten Körper und sehen ein wenig aus wie Haarschuppen, die sich bewegen. Bei einem großen Befall verändert sich die Haut, es kommt zu Haarausfall, Schuppen und Juckreiz. Bei Hunden finden Sie diese Milben am Rumpf und an der Schulterpartie, bei Katzen meist am Kopf oder Rumpf. Raubmilben können auf Menschen übertragen werden, allerdings überleben sie dort höchstens einige Wochen.

Behandlung

Wenn Ihr Tier ein Problem mit Milben hat, wenden Sie sich an Ihren Tierarzt. Er kann die Milben medikamentös behandeln und Ihnen weitere Tipps zu den verschiedenen Mitteln gegen Milben geben.

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