Master Brand

Kleine Ursachen, große Wirkung

Teilen bei
Intro Text
Erkrankungen durch Parasiten und deren Symptome bei Hund und Katze
Content

Parasiten sind kleine Lebewesen, die sich auf Kosten ihres Wirtes (z. B. eines Hund oder einer Katze) ernähren und Krankheiten auslösen können. Einige der Plagegeister sind hauptsächlich in beliebten Urlaubsländern verbreitet, andere leben auch in unseren Gefilden. Viele Parasiten sind so klein, dass sie Ihnen wahrscheinlich kaum auffallen oder überhaupt ohne Mikroskop erkennbar sind. Achten Sie also auf Ihr Haustier: Reagiert es anders als sonst? Kratzt es sich? Haben sich Appetit oder Verdauung verändert? All das können Hinweise für einen möglichen Parasitenbefall bei Hund oder Katze sein.

Parasitenerkrankungen kann man in zwei Gruppen unterteilen:

  1. Direkte Erkrankung. Würmer entziehen meist wichtige Nährstoffe, Milben führen oft zu allergischen Reaktionen, teils kommt es nach Stichen von Parasiten auch zu Entzündungen. Bei sehr starkem Befall mit blutsaugenden Parasiten wie Flöhen, Läusen oder Stechfliegen kann es zu Blutverlust kommen, was vor allem für Welpen und kleine Hunde oder Katzen gefährlich wird.
  2. Übertragene Erkrankungen. Blutsaugende Parasiten können auch Krankheiten übertragen, indem meist mit dem Stich mikroskopisch kleine Infektionserreger in den Körper Ihres Tieres gelangen. Den Parasiten lediglich zu entfernen reicht nicht, denn die Erreger befinden sich dann bereits im Körper. Manche Infektionskrankheiten sind lebensgefährlich für Haustiere und können sogar auf Menschen übertragen werden.

Woran Sie einen Parasitenbefall erkennen

Die folgenden Symptome können auf Parasiten bei Ihrem Hund oder Ihrer Katze hinweisen.

Sichtbare Stiche

  • Punktförmige Rötungen, Schwellungen, Blutkrusten, Juckreiz. Oft sind vor allem relativ dünn behaarte Stellen, Gesicht und Ohren betroffen
  • Mögliche Anzeichen für blutsaugende Parasiten

Juckreiz

  • Kratzen, Selbstverletzung, Unruhe, „Schlittenfahren“ (rutschen auf Hinterteil, um Juckreiz im Anusbereich zu lindern, der durch austretende Bandwurmsegmente verursacht wird)
  • Mögliche Anzeichen für Flöhe, Milben, Läuse und Haarlinge; evtl. Anzeichen für zusätzliche allergische Reaktionen auf Parasitenbefall

Auszehrung

  • Appetitlosigkeit, Lethargie, Abmagerung, struppiges und glanzloses Fell, Durchfallerkrankungen, Erbrechen
  • Mögliche Anzeichen für Wurmbefall im Darm oder für schwere Infektionserkrankungen

Hautreaktionen

  • Haarausfall, Schuppenbildung, Hautrötungen, Pustel- und Papelbildung, Verschorfung, Geschwüre, Hautallergien
  • Mögliche Anzeichen für Flöhe, Milben, Läuse und Haarlinge, Allergien durch Parasitenspeichel, Mangelernährung oder schwere Infektionserkrankungen

Blutarmut

  • Auszehrung, Lethargie, Aufhellung des Zahnfleisches und anderer gut durchbluteter Bereiche.
  • Mögliche Anzeichen für starken Befall durch blutsaugende Parasiten (kann sogar durch Wurmbefall mit bspw. Hakenwürmern ausgelöst werden) oder für schwere Infektionserkrankungen

Verhaltensstörungen

  • Apathie, Depressionen, Aggressivität, Unruhe
  • Mögliche Anzeichen für Mangelernährung durch Wurmbefall, Blutarmut, Juckreiz, Organbefall durch Parasiten
Image
tickbornediseases

Parasitenerkrankungen – wer ist’s gewesen?

Zecken

Zecken bleiben häufig länger als vermutet –bis zu mehrere Tage – am Tier, sie können Blut saugen und allergische Reaktionen auslösen, sowie vor allem Krankheitserreger übertragen. Zeckenlarven kann man kaum im Fell erkennen und auch ausgewachsene Zecken entdeckt man nur, wenn man das Fell sehr genau untersucht.

Flöhe

Flöhe vermehren sich schnell und können dem Tier erhebliche Mengen Blut abzapfen – vor allem bei sehr jungen oder bei kranken Tieren kann dies eine Rolle spielen. Die häufigste Erkrankung ist allerdings die Flohallergiedermatitis, eine allergische Reaktion auf den Speichel des Flohs. Flöhe sind mit bloßem Auge zwar sichtbar, bei Haustieren mit langem, dichtem Fell können sie sich aber sehr gut verstecken. Ein sicheres Indiz ist der dunkle Flohkot: Wird er auf einem weißen Papier mit Wasser angelöst, färbt sich das Papier rotbraun.

Wenn Sie mehrere Haustiere haben, behandeln Sie unbedingt alle, denn sonst springen die Flöhe schnell wieder auf andere Tiere über.

Milben

Einige Milben sind Blutsauger, die permanent auf dem Hund oder der Katze leben. Manche Milben – wie etwa die Raubmilbe – erkennt man als helle bewegliche Punkte von wenigen Millimeter Größe. Andere Milben sind nicht so gut auszumachen, aber Sie können auf ihre Anzeichen, d. h. Hautreaktionen wie Haarausfall, Rötungen, Schuppen und Krustenbildung achten.

Läuse/Haarlinge

Läuse sind etwa ein bis zwei Millimeter lang und im Fell nur schwer zu erkennen. Auch sind sie in ihren Bewegungen nicht so auffällig wie Flöhe. Haarlinge sind ähnlich klein. Da sind die Eier, die als so genannte Nissen an den Haaren angeklebt werden, mit ein wenig Übung schon leichter auszumachen. Durch den starken Juckreiz können sich die Tiere selbst verletzen, außerdem kann man häufig Haarausfall und Haarbruch beobachten. Bei sehr starkem Befall können blutsaugende Läuse eine vor allem für junge oder kranke Tiere gefährliche Blutarmut verursachen. Außerdem übertragen Läuse und Haarlinge verschiedene Erreger, die dann ihrerseits zu Erkrankungen führen. Auch der Speichel von Läusen hat es in sich und kann allergische Reaktionen auslösen.

Würmer

Wurmeier sind zu klein, um sie im Kot der Haustiere mit bloßem Auge zu identifizieren. Dagegen sind die durchsichtig-hellen Wurmsegmente von Bandwürmern meist besser erkennbar. Man findet sie nicht nur in den Exkrementen, sondern auch im Fell und der direkten Umgebung des Tieres, weil sie sich selbstständig bewegen können.

Ein Befall mit Bandwürmern verläuft oft unbemerkt, da sich die erwachsenen Würmer meist nur vom Darminhalt ernähren. Auch Rundwürmer bleiben bei geringen Mengen oft unentdeckt. Ist das Tier stärker befallen, kann es je nach bestimmter Wurmart zu Blutverlust und Auszehrung bis hin zu Schädigungen betroffener Organe kommen. Der Fuchsbandwurm kann auch Hunde befallen und sollt auf jeden Fall behandelt werden, denn er ist auch eine Gefahr für Menschen. Daneben gibt es weitere Würmer von Katzen und Hunden, die auch beim Menschen eine Erkrankung auslösen können.

Stechfliegen

Stechfliegen sind hartnäckige Blutsauger, die eine große Menge Blut aufnehmen können. Dabei suchen sie nach haarlosen Stellen wie etwa den Ohren. Bei starkem Befall ist Blutverlust das häufigste Symptom. Außerdem können allergische Reaktionen gegen den Speichel der Fliegen auftreten.

Bei Stechfliegen wie dem Wadenstecher droht darüber hinaus eine Verunreinigung der Hautwunden mit Bakterien und anderen Mikroorganismen, denn diese Stechfliegenart hält sich häufig auch auf Aas und organischem Abfall auf und kann daher beim Blutsaugen zum Beispiel Fäulnisbakterien übertragen. In warmen und tropischen Regionen nutzen viele gefährliche Infektionserreger Stechfliegen auch als Übertragungsweg (sogenannte Vektoren) zu Menschen und Nutztieren.

Mücken als Überträger

Lange Zeit galten sie als typische Urlaubsparasiten, die Hunde und Katzen aus Südeuropa mitbrachten. Doch nun sind sie auch in unseren Breitengraden immer verbreiteter: der Herzwurm und der Hundehautwurm. Beide Parasiten werden von mit Wurmlarven befallenen Stechmücken übertragen.

Der Herzwurm kann bei Hunden lebensbedrohliche Herzkreislauferkrankungen verursachen. Der Hundehautwurm ist meist nicht ganz so gefährlich, kann aber zu Knoten in der Haut führen, die dann chirurgisch entfernt werden müssen. Und er kann auch auf Menschen übertragen werden.

Teilen bei